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Der Holzhauer und Merkur Livre V - Fable 1


Es kam einem Holzknecht einst sein Werkzeug fort,
die Axt; umsonst sucht' er sie hier und dort.
Sein jammervolles Klagen wollt' nicht enden,
er hatte keine zweite zu verwenden!
Auf sie war all sein Hab und Gut gestellt,
nun hat er nichts zu hoffen in der Welt,
in Tränen sind gebadet seine Wangen.
"Mein Beil! Mein armes Beil!" ruft er mit Bangen,
"O Jupiter! Ach, schaff es wieder mir!
Ich will's auch ehren als Geschenk von dir!"

Sein Klagen dringt zu der Olympier Ohren.
Mercurius kommt. "Dein Beil ist nicht verloren",
spricht er. "Kennst du's von Angesicht?
Ich glaub', ich hab's nicht weit von hier gefunden."
Er zeigt dem Mann ein goldnes; unumwunden
entgegnet der: "So eins begehr' ich nicht."
Drauf wird ein silbernes ihm vorgehalten;
er lehnt es ab. Zuletzt von Holz eins.
"Ja, seht Ihr", ruft der Brave, "das ist meins;
wie freu' ich mich, wenn ich es darf behalten!"
"Da", sagt der Gott, "nimm alle drei für eins!
Die Ehrlichkeit soll ihren Lohn bekommen."
"In diesem Fall", spricht da der Mann, "nehm' ich sie gern."

Bald war die Märe weit und breit vernommen;
sein Beil verlor nun mancher, nah und fern,
der um Ersatz den Himmel wollt' beschwören,
kaum weiß der Götterkönig, wen erhören.
Da naht sein Sohn Merkur dem Schreierchor,
und eins von Golde zeigt er jedem vor.
Nun fürchtet jeder gleich, für einen Toren
zu gelten, spräch' er nicht: "Ja, das ist meins!"
Allein Merkur gab ihnen nicht nur keins,
sondern noch eine Tücht'ge um die Ohren.

Aufrichtig und zufrieden sein,
das ist das Sicherste; doch lässt auf Lügen
sich mancher um des Vorteils willen ein.
Wozu? Es lässt sich Jupiter doch nicht betrügen.

ancre





W. Aractingy 81 x 100 cm, Août 1994

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