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Die Löwin und die Bärin Livre X - Fable 12


Der Löwenmutter raubt' ihr Junges man –
ein Jäger tat's, - da hub die arme Gramverzehrte
so fürchterlich zu brüllen an, dass sich der ganze Wald empörte.
Die stille Nacht, die Dunkelheit und alle Wonnen,
die ihr eigen – des Waldes Königin brachten sie nicht zum Schweigen;
es floh der süße Schlaf die Tiere weit und breit.
Die Bärin sprach: "Willst du gestatten ein Wort nur?
All die Jungen, die dein Zahn zerriss, ob nicht auch sie
noch Vater oder Mutter hatten?"
"Die hatten sie." - "Nun, wenn wir, als uns Kinder starben,
nicht gleich mussten unterliegen und wenn so viele
Mütter schwiegen, warum schweigst du nicht ebenfalls?"
"Ich schweigen? Noch kann ich's nicht fassen!
Weh mir! Mein Kind ist hin! Nun harrt ein Alter mein,
gar traurig, einsam und verlassen!"
"Wer zwingt dich denn? Muss es durchaus so sein?"
"Mich hasst das Schicksal!" - "Ach, das hört man sagen von jedem
jederzeit und auch an jedem Ort."

Wie arm und elend ihr euch fühlt, euch gilt dies Wort.
Wer sich vom Himmel glaubt gehasst, in seiner Pein
denk er an *Hekuba! Dankbar wird er den Göttern sein.

*Hekuba, die Gattin des Priamus,- König von Troja- erlebte nicht nur den Fall Trojas mit, sondern musste mitansehen, wie ihr Mann und ihre ganze Familie umkamen.

ancre





W. Aractingy

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