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Die Katze und der Fuchs Livre IX - Fable 14


Die Katze und der Fuchs, ein nettes Heil'genpaar,
ging' mal auf Pilgerschaft. Sie waren beide
vom Stamme der Tartuffes, Erzschelme ganz und gar,
Duckmäuser, die in großen Zahlen
Käs' und Geflügel stets als Reisezehrung stahlen
und sich damit verköstigten, so gut es ging.
Des Weges Langeweil' möglichst zu kürzen,
fing das Pilgerpärchen an zu streiten –
ein Streit soll stets anregend sein,
ohn' ihn schläft gar zu leicht man ein -,
und heiser schrieen sich beide Seiten.
Als nun der Streit vorbei, begann der nächste flugs;
zur Katze nämlich äußerte der Fuchs:
"Du sagst, dass Schlauheit dir beschert sei.
Hast du wie ich an Kniffen wohl ein ganzes Pack."
"Nein", sprach sie, "einen nur hab' ich in meinem Sack;
doch mein' ich, dass er tausend wert sei."

Als nun von neuem jetzt ein heft'ger Streit entbrannt'
um ja und nein, da ward zum Frieden bald gewandt
der Zank durch eine Koppel Hunde.
Die Katze spricht: "Nimm deinen Sack zur Hand,
und such in deines pfiffigen Gehirnes Grunde
eine sichre List. Ich hab' sie, schau mich an."
Bei diesen Worten klimmt sie einen Baum hinan.
Der andre macht hundert Sätze,
späht hundert Löcher aus und bringt im Zickzacktrab
die Hunde von der Fährte ab.
Verzweifelt sucht er alle sichren Plätze;
umsonst: Stets wird er aufgespürt,
da auf die Spur sein Schweiß der Hunde Nasen führt.
Er kriecht aus einem Loch; da würgen ihn, die Hetze
gewohnt, zwei Hunde ab mit Wut.

Der Mittel Übermaß bringt Sichre oft zu Falle:
Beim Wählen flieht die Zeit, man prüft sie alle –
besser, man hat nur eins, und das ist gut.

ancre





W. Aractingy

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