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Nur nicht zuviel! Livre IX - Fable 11


Zu finden wollt' mir nie gelingen
ein Wesen, das sich mäßig hält.
Und dennoch will der Herr der Welt,
dass man ein Maß in allen Dingen beachte.
Tut man's? Nein; kaum einem einz'gen fällt
es ein, im Guten sich, im Schlimmen dran zu kehren.

Das Korn, ein reich Geschenk von Ceres' güt'ger Hand,
zu schnell oft wuchernd, saugt es aus das brache Land;
ausbreitend sich im Überfluss der Ähren
und treibend mit zu voller Wucht,
beraubt' es oft der Nahrung seine Frucht.
Der Baum desgleichen. So kommt Üppigkeit zu Ehren!
Das Korn zu bessern, wies der Ernte Übermaß
in seiner Weisheit Gott den Schafen an zum Fraß,
die dann drauflos unmäßig rasten,
alles verdarben und abgrasten,
bis Gott den Wölfen bald darauf
ein paar zu fressen gab; sie fraßen alle auf,
und taten sie's auch nicht, sie wollten's doch.
Indessen erlaubt dem Menschen er zum Schutz,
jene zu strafen; doch es bot der Mensch vermessen
den göttlichen Geboten Trutz.

Vor allen Wesen neigt der Mensch zum Sündenfalle
gegen des Maßes streng Gebot;
und eine Strafe täte not für Klein' und Große,
denn dagegen sünd'gen alle.
"Nur nicht zu viel!" ist ein Gebot für alle Welt,
von dem man immer spricht und das man niemals hält.

ancre





W. Aractingy

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