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Der Bergbach und der Fluss Livre VIII - Fable 23


Mit lautem Tosen und Gekrach
stürzt vom Gebirg' der Bach, der Wilde;
man fliehet ihn, und Schrecken folgt ihm nach,
angstvoll erbeben die Gefühle.

Kein Wandrer wagte eine so
gewalt'ge Schranke zu durchdringen;
ein einz'ger nur, verfolgt von Räubern, floh,
sucht' zwischen sich und sie die Flut zu bringen.
Nur drohend war der Bach, da's ihm an Tiefe fehlt';
nur Furcht war's, die den Mann beseelt'
er wagt's, sein Glück macht ihn verwegen.
Die Räuber gaben die Verfolgung aber noch nicht auf.
So kam er bald auf seinen Wegen
zu einem Flusse, dessen Lauf,
des Schlummers Bild, des friedlichen und reinen,
den Übergang zuerst ganz leicht ihm ließ erscheinen:
Kein steiles Ufer, klar der Sand. Gleich sprungbereit,
bringt vor den Räubern ihn das Ross in Sicherheit
doch nicht vor diesen dunklen Fluten –
bald tranken aus dem Styx die Guten.
Der Kunst des Schwimmens ganz und gar
unkundig, musst' im Land der Finsternis das Paar
ganz andre Flüsse noch durchwandern.

Von stillen Wassern droht uns mehr Gefahr
als vor den noch so wilden andren.

ancre





W. Aractingy

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