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Die Katze, das Wiesel und das Kaninchen Livre VII - Fable 16


In des Kaninchens Wohnung schlich
das schlaue Wiesel eines Morgens sich.
Der Wirt war fort, drum ging das rasch vonstatten;
das Wiesel richtet sich gleich ein in seinem Bau,
indes bei Blumenduft und frischem Morgentau
Kaninchen grüßt die Sonne auf den Matten.
Nachdem genug der Speis' und Frühluft es genoss,
sucht's wieder auf sein unterirdisch Schloss.
Das Wiesel steckte just die Nase aus dem Fenster.
"Barmherz'ge Götter! Sehe ich Gespenster?"
So rief das Tier, jetzt von der Väter Sitz verjagt.
"Holla, mein Wiesel! Auf der Stelle
mach dich davon in aller Schnelle,
sonst wird's den Ratten all' im Land umher gesagt!"
Spitznäschen aber meinte, dem gehört die Erde,
der in Besitz zuerst sie nahm.
Ein schöner Grund zur Kriegsbeschwerde:
ein Haus, in das es selbst nur kriechend kam!
"Ich wüsste gern", sprach es, "nach welchem Recht
die Nutzung eines Hauses bliebe stets im selbigen Geschlecht."
Karnickel sprach: "Es ist so Brauch und Sitt' im Leben.
Durch ihr Gesetz geschützt und drauf gestützt, bewohn'
dies Haus als Herr ich und Gebieter lange schon;
denn immer ward's vererbt vom Vater auf den Sohn.
Sollt' die Eroberung ein bessres Recht wohl geben?"
Das Wiesel drauf: "Still! Lass uns eben
den Streit erledigen vor Fangeleises Thron."

Dies war ein Kater, der an tief verborgnem Platze
behaust war, eine falsche Katze,
ein Katzenheiliger, recht feist und alt,
der als ein kluger Richter galt.
Karnickel hat es angenommen;
vor dieser tück'schen Majestät
sind bald die beiden angekommen.
"So tretet näher" Fangeleise sprach, "denn seht,
die Ohren werden immer schwächer mit den Jahren."
Die beiden tun's, den Richtspruch zu erfahren.
Allein kaum sieht er sie in seines Arms Bereich,
da wirft der Heilige, scheinbar fromm und bieder,
die bösen Krallen aus nach rechts und links zugleich;
versöhnend die Parteien, würgt er beide nieder.

So geht es, wenn, um ihren Streit zu enden,
die kleinen Fürsten sich an ihren König wenden.

ancre





W. Aractingy

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