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Der Kater und die alte Maus Livre III - Fable 18


Ich las bei einem Fabeldichter
von einem Kater, der ein Alexander war,
ein Attila, eine Geißel gar dem mauseschwänzigen Gelichter;
Ich las, dass seinerzeit vor diesem Kater meilenweit
umher sie zitterten wie vor dem Höllenhunde:
Vertilgen wollt' die Mäuse er vom Erdenrunde.
Die Bretter, aufgehängt an dünnem Zwirn zum Ziel
des Mäusefangs, die Mausefallen
sind gegen ihn nur Kinderspiel.
Wie nun in den Löchern allen
Die Mäuse sieht sich ängstlich ballen –
sie wagen sich nicht mehr heraus in sein Revier –
hängt an die Decke sich das listenreiche Tier,
den Kopf nach unten, und spielt so den Toten;
an einer Schnur hält er sich fest mit seinen Pfoten.
Das Mäusevolk hält's für einen Akt des Strafgerichts,
weil er an Fleisch und Käse Diebstahl hat begangen,
einen zerkratzt und sonst was Schlimmes angefangen,
und dass man drum hat aufgehängt den Taugenichts.
Seine Beerdigung, das Volk verspricht's,
einstimmig zu begehen lachenden Gesichts.

Nun lassen sie die Nas' und bald die Köpfe sehen,
fahr'n drauf ins Mäusenest zurück
und kommen dann mit scheuem Blick
vier Schritt' hervor, um rings zu spähen.
Doch, ach, da war's um sie geschehen:
Der Tote kam herab, auf seine Füße springend,
und fing die langsamsten von ihnen.
"Ich kann noch mehr", begann er, sie verschlingend.
"Die List ist alt, und eure Löcher dienen
euch nicht zur Rettung mehr. Ich sag' es jetzt euch an:
Der Reihe nach kommt ihr mir alle dran!"
Er prophezeite wahr; denn nun ersann
bald eine neue List und führt sie aus gar schnell:
Mit Mehl bestreut er sich das Fell
und hockt, unkenntlich so gemacht,
in einen offnen Trog in dem man bäckt die Kuchen.
Das war sehr fein von ihm erdacht;
bald kommen Mäuse, ihren Tod zu suchen.
Nur eine Maus, die hat von Ferne zugeschaut;
sie war ein alter Fuchs, mit mancher List vertraut,
und hatte ihren Schwanz in einer Schlacht verloren.
"Das Mehl macht mich doch nicht zum Toren!"
So ruft von fern sie zu dem Katzengeneral.
"Ich fürchte, dass 'ne List dahinter steckt.
Es hilft dir nichts, dass dich das Mehl bedeckt.
Wärst du ein ganzer Sack, ich käme nicht einmal!"

Gar klug gesprochen war's, ich muss es loben.
Die Alte hatt' Erfahrung, und seitdem
hat sich bewährt durch manche Proben
das alte Sprichwort: "Trau, schau, wem!"
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ancre





W. Aractingy 100 x 100 cm, Décembre 1993

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