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Die Fledermaus und die beiden Wiesel Livre II - Fable 5


Einst kam eine Fledermaus höchst unvorsichtigerweise
in eines Wiesels Nest; kaum hat sie Zeit, sich zu besinnen,
als dieses Wiesel, längst sehr böse auf die Mäuse,
herbeeilt, um sie zu verschlingen.
"Wie", sprach's zu ihr, "du wagst es zu erscheinen,
du, deren ganz Geschlecht nur Schaden tut dem meinen?!
Bist du nicht eine Maus? Wohl hab' ich dich erkannt;
du bist's, so wahr als ich ein Wiesel bin!"
"Verzeiht!" erwiderte die Störerin,
"das ist wahrhaftig nicht mein Stand.
Ich eine Maus? Das kann nur ein Verleumder sagen!
Ein Vogel bin ich unbedingt.
Sieh nur die Flügel, die mich tragen –
hoch leb', was in die Luft sich schwingt!"
Sie sprach so gut, dass man ihr glaubte
und dass das Wiesel ihr erlaubte,
frei fortzuflattern aus dem Nest.

Nicht lange drauf, da hing sie unbedacht
bei einem andern Wiesel fest,
das stets auf Vögel Jagd gemacht,

so dass zum zweiten Mal nun in Gefahr sie schwebte.
Die lange Schnauze streckt der Hausherr lüstern vor,
der sie als Vogel sah und sich zum Fraß erkor;
doch sie verteidigt sich und spricht gar treu und bieder:
"Ein Vogel soll ich sein? Wie könnt ihr nur so schwatzen!
Was macht den Vogel? Das Gefieder!
Nein, ich bin Maus! Hoch leben alle Ratzen!
Der Teufel hole alle Katzen!"
So hat durch schlaues Antwortgeben
zweimal gerettet sie ihr Leben.

Manch Kluger macht's wie sie: Wenn die Gefahr ist nah,
schlägt er ein Schnippchen ihr, wechselt die Farb' ein wenig,
und je nachdem ruft er: "Hurra der Republik! Hurra dem König!"
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ancre





W. Aractingy 100 x 100 cm, Janvier 1994

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